Es wird höchste Zeit für ein barrierefreies Bad Säckingen

Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht. Leider werden aber die bestehenden Vorgaben, zu denen sich unser Land – und damit auch unsere Stadt – verpflichtet haben, nicht oder nur unzureichend umgesetzt. Zu viele öffentliche und private Räume und Gebäude, Wege, Verkehrsflächen und Straßenübergänge in Bad Säckingen sind nicht barrierefrei. Dadurch werden die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen eingeschränkt. Auch der öffentliche Personennahverkehr ist nicht oder nur bedingt barrierefrei.

 

Das DSF und der Behindertenbeirat der Stadt empfinden es als dringliche Aufgabe der Kommune, aber auch der Stadtbevölkerung, die notwendigen Maßnahmen für eine gleichberechtigte Mobilität und für ein faires Miteinander in der Stadt zu ergreifen. Wir möchten Teilhabe und Inklusion stärken.

Damit dies gelingen kann, sollten auf verschiedenen Ebenen, durch unterschiedliche Organisationen und in kooperativer Weise die Problembereiche aufgezeigt werden. Ebenso müssen aber auch positive Beispiele benannt werden, die in vorbildlicher Weise für Barrierefreiheit stehen.

 

Durch eine Aktion soll die Stadtgesellschaft für dieses Thema sensibilisiert werden. Es soll ein öffentliches Bewusstsein für mehr Barrierefreiheit, nicht nur für Menschen mit Behinderungen, sondern auch für mobilitätseingeschränkte Personen (z. B. mit Rollator) und Familien (z. B. mit Kinderwagen) geschaffen werden.

 

Dies geschah durch eine heitere und kreative Aktion, bei der mit Hilfe von vorgefertigten Schablonen an bestimmten Stellen in der Stadt einige Slogans auf öffentliche Gehwege gesprayt wurden, um entweder auf die Barrieren oder auf positive Beispiele für Barrierefreiheit hinzuweisen.

 

Initiiert und beteiligt an der Aktion waren Mitglieder des DSF sowie des Behindertenbeirats der Stadt Bad Säckingen.

 

 

Strecke

Busbahnhof:

fehlende Klangsteine, fehlende Bordsteinabsenkungen

 

Bahnhof:

fehlender Hublift, fehlende Klangsteine, vorhandene Behindertentoilette

 

Einmündung zum Hebelweg (beim Kiosk):

fehlende Bordsteinabsenkungen

 

Lidlkreuzung:

fehlende akustische Merksignale, fehlende Klangsteine

 

Kinder- und Jugendhaus:

nicht barrierefrei

 

Kieswege beim Schloss:
Hindernis für mobilitätseingeschränkte Personen

 

Rampe beim Schloss:

Positivbeispiel

 

Ecke Scheffelstraße/Schützenstraße:
fehlende Klangsteine, fehlende Nullabsenkung

 

Pflastersteine auf dem Weg zum Münsterplatz:

Hindernis für mobilitätseingeschränkte Personen

 

Behindertentoilette am Rathaus:

Positivbeispiel

 

Rathauseingang für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen:

Positivbeispiel

 

fehlender Lift im Rathaus

Impressionen

«Lidl-Kreuzung»: Für Blinde eine akustische Wüste und damit ein Gefahrenpunkt.
«Lidl-Kreuzung»: Für Blinde eine akustische Wüste und damit ein Gefahrenpunkt.

Dem Aufruf des DSF und Behindertenbeirats Bad Säckingen folgten am Samstag, 20.08.2016, über 30 Teilnehmer (interessierte Bürger, Gemeinderäte und Mitarbeiter der Stadtverwaltung). Ziel war es, die Sinne für die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter sowie sehbehinderter Mitbürgerinnen und Mitbürgern in unserer Stadt zu schärfen. Dazu wurden gefährliche oder unpassierbare Stellen in der Stadt aufgesucht. Zur besseren und längeren Visualisierung wurden diese Orte mit Sprüchen markiert. In den nächsten Wochen und Monaten wird die Kooperation mit dem Behindertenbeirat und uns weitergeführt und die gewonnenen Erkenntnisse werden. in Verbesserungsvorschlägen, Anträgen und weiteren Aktionen münden.

Presseberichte zur Aktion